Informationen über neue Formen der Zusammenarbeit für Zahnärztinnen und Zahnärzte & Gratis Zahnspange


Die Ausgangslage für die Verhandlungen war schwierig, weil das Gesetz und die Erläuterungen zu selbigem Eckpunkte vorgeben, die nicht abgeändert werden konnten. So ist das jährliche Gesamthonorar für die Gratis-Zahnspange mit € 80 Millionen begrenzt. Außerdem ist im Gesetz eine verpflichtende Qualitätssicherung mit Messung der Ergebnisqualität vorgesehen. Zusätzliche Forderungen der Krankenkassen machten die Verhandlungen nicht leichter.

Trotz dieser Widrigkeiten konnte ein Verhandlungsergebnis erzielt werden, das äußerst erfreulich ist. Vor allem konnten neben der gesetzlich vorgegebenen Gratis-Zahnspange wesentliche Verbesserungen für alle KassenzahnärztInnen erreicht werden. Die langjährige Forderung der Zahnärzteschaft nach neuen Zusammenarbeitsformen für Zahnärztinnen und Zahnärzte wurde durch eine Erweiterung der Vertretungsregelungen und ein Jobsharing-Modell erreicht.

Im Folgenden sollen die wesentlichen Neuerungen, die mit 1. Juli 2015 in Kraft getreten sind, schwerpunktartig dargestellt werden.


Gratis-Zahnspange

Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren mit Zahn- und Kieferfehlstellungen des Schweregrades IOTN 4 und 5 wird ab 1. Juli 2015 eine festsitzende kieferorthopädische Behandlung als Sachleistung ohne Selbstbehalt des Patienten eingeführt. Dafür gibt es einen eigenen, neuen Gratis-Zahnspangen-Vertrag, der vom bisherigen Kassenvertrag unabhängig ist.

Gesamtvertrag zur Gratis-Zahnspange



Weitere Verhandlungsergebnisse

Eine neu geschaffene Kfo-Beratungsposition, die mit € 16,90 honoriert ist, kann von den derzeitigen KassenzahnärztInnen verrechnet werden. Sie wird auch bei Erbringung anderer Leistungen nicht gestrichen. Dies folgt der Maxime, dass erbrachte Leistungen auch honoriert werden müssen. Die 70-Jahr-Grenze beim Kassenvertrag wird bis Ende 2019 hinausgeschoben. Das bedeutet, dass erst ab 2020 die Erreichung des 70. Lebensjahres die Beendigung des Einzelvertrages auslöst.

Eine Vertretung bis zu sechs Wochen (bisher zwei Wochen) ist völlig unbürokratisch, das heißt ohne Meldung an Kammer und Kasse möglich. Dauert die Vertretung länger als drei Monate, so kann die Kasse in folgenden Fällen eine Vertretung nicht verweigern: schwere Erkrankung und Rehabilitation, Kinderbetreuung, Fort- und Weiterbildung und Pflege eines im gemeinsamen Haushalt lebenden Angehörigen.

Änderungen des bestehenden Gesamtvertrages

Sideletter zum Gesamtvertrag



Neue Zusammenarbeitsformen

Weiters wird ein Jobsharing-Modell eingeführt, das es zwei Zahnärztinnen oder Zahnärzten ermöglicht, sich einen Kassenvertrag zu teilen. Bei Jobsharing wegen Kinderbetreuung und aus Altersgründen besteht ein Rechtsanspruch. Damit wird die Vereinbarkeit von Beruf und Familie auch im kassenzahnärztlichen Bereich erleichtert. Die lange geforderte Übergabepraxis ist damit ebenfalls Realität.

Jobsharingvertrag